Billerbeck - Ein Dorf mit Geschichte

Über 1100 Jahre Billerbeck

Erste Erwähnung der Ortschaft Billerbeck:

Tradiderunt Bunico et Ricdag quiquid habuerunt in Billurbeki et de ista parte Loine, quidquid Hildiger habuit.
Bunico und Ricdag übergaben das, was sie in Billerbeck besaßen und was Hildiger am diesseitigen Ufer der Leine innehatte.

Tradidit Arnulf quidquid habuit in Billurbeki tam in terris et silvis, pascuis aqurumve decursionibus, quam etiam latos itidem incolentes.
Arnulf hat alles, was er in Billerbeck besaß, sowohl an Äckern und Wäldern als auch die Fischerei und die Jagdrechte übertragen.


(Corveyer Güterverzeichnis § 351 u. § 362 für den Zeitraum 836 – 891; eine genauere Datierung ist leider nicht möglich, weil exakte Angaben über den Zeitpunkt solcher Schenkungen vom Kloster nicht vorgenommen wurden.)

So lauten zwei Notizen, in denen Billerbeck zum ersten Mal erwähnt wird, aufgeschrieben von Mönchen des Klosters Corvey um die Mitte des 9. Jahrhunderts. Bei diesen Aufzeichnungen handelt es sich um den Landsitz eines Bunico, Ricdag und Arnulf in der Billerbecker Feldmark, den sie dem Kloster schenkten.

Nach dieser Ersterwähnung besteht Billerbeck also länger als 1100 Jahre und gehört somit zu den ältesten Orten der Leine-Börde. Über die Entstehung der Ortschaft fehlt allerdings jede schriftliche Überlieferung. Manchmal kann jedoch der Name eines Ortes einige Anhaltspunkte geben. „Billurbeki“, so wird das Dorf im Corveyer Güterverzeichnis genannt, „Bilderbecke“ nennt man es um 1350, und als „Bilderbeck“ wird es im Jahre 1382 bezeichnet. Der heute amtliche Name ist seit dem 18. Jahrhundert im Gebrauch.

Die Endungen -beck, -beke, -bek lassen sich aus den niederdeutschen Formen für „Bach“ ableiten. Den ersten Teil des Ortsnamens könnte man nach Steinacker („Die Bau- und Kunstdenkmäler des Herzogtums Braunschweig“) auf ein Tätigkeitswort wie etwa „bullern“ im Sinne von „bullernder Bach“ zurückführen. Obwohl letztere Deutung wissenschaftlich nicht gesichert ist, liegt sie in diesem Falle dennoch nahe; denn im Ort sprudelt eine starke Quelle, die pro Sekunde 55 bis 60 Liter klares Trinkwasser auswirft.

Bis zu Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die Billerbecker ihren Zehnten dem Erzbischof von Mainz zu leisten, bis dieser ihn 1303 an die Abtei Gandersheim abtrat. Seitdem übte das Gandersheimer Kloster die Lehnshoheit aus, gab jedoch seinen Billerbecker Grundbesitz an Untervasallen weiter. Nach den Aufzeichungen des „Gandersheimer Lehnbuches“ (registrum de feudis) wurden die Billerbecker Besitzungen an die Familien von Berle, Lengede, Ruscheplaten und Salder verlehnt, die dann aus diesen Gütern ihre Einkünfte bezogen. Sie bewirtschafteten diese Güter nicht selbst, sondern gaben sie an Billerbecker Familien als Unterleihen zur abgabe- und dienstpflichtigen wirtschaftlichen Nutzung weiter.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gelang es dem Herzog von Braunschweig, seine Macht im Stiftsbereich Gandersheim auszuweiten. Zur Klärung der wirtschaftlichen Verhältnisse ließ er für alle Orte dieses Gebietes im Jahre 1524 Erbregister aufstellen. Für Billerbeck wird festgelegt, daß die Ortschaft mit gerichtlichen Diensten und anderer Pflicht zum Hause (Amt) Gandersheim gehört. Das Registerstellt weiter fest: Die Billerbecker „haben keyn Pfarrkirchen, gehörn zu Greene an … Die Zehend gehört der Abtei Gandersheim …“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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